Die Geschichte vom Jungen und seinem Hund

Es ist 16.30 Uhr auf einer kleinen Straßenkreuzung, 50 Meter entfernt von der illegalen israelischen Siedlung Tel Rumeida. Eine Gruppe israelischer Siedlertouristen gaffen aus den Fenstern eines Reisebusses, während fünf Vertreter der internationalen Beobachtermission TIPH wild auf ihren Notizblöcken rumkritzeln. Rund 20 Palästinenser haben sich im Hintergrund aufgereiht, als drei Menschrechtsaktivisten sich in eine Horde israelischer Soldaten drängen. Zwei palästinensische Jungen kauern gefesselt auf dem Bürgersteig, während ein dritter auf die Rückbank eines Polizeiwagens gedrückt wird. Zur gleichen versteckt sich ein kleiner Welpe, Hühnchen knabbernd hinter einem israelischen Checkpoint, als die Situation eskaliert…

Vom dicken Polizisten

Überdurchschnittlich viele Palästinenser warten heute vor dem Checkpoint der Abraham-Moschee in Hebron. Egal ob sie auf dem Weg zum Gebet sind, den nahen Supermarkt mit Getränken beliefern oder einfach nur spazieren gehen, der fettleibige israelischer Polizeiofficer lässt sie erstmal warten. Manchmal 10 Minuten, manchmal eine Stunde dauert es bis er sich schwerfällig zu seinem Telefon [...]

“I Will Kill All Arabs And Then You”. Ein Spaziergang durch Tel Rumeida

Es sind zweifellos die Siedler, die den Alltag von Tel Rumeida in ihrer Hand haben, die bestimmen mit welchem Gefühl man abends ins Bett geht. Mit ihren M16-Gewehren laufen sie grimmig die Straßen entlang, fahren mit 100 km/h sinnlos auf und ab und erfreuen sich an den aus dem Weg springenden Palästinensern. Es vergehen Tage an dem man kaum einen von ihnen begegnet, an anderen Tage spucken sie einen an, ein anderes mal prügeln sie und geifern wild davon erst alle Araber und dann uns umzubringen. Nach ein paar Wochen in Tel Rumeida, weiß man eigentlich nicht viel über sie zu sagen. Man will eigentlich auch nicht viel sagen, weil man weiß, dass das wohl kaum einer verstehen könnte. In Hebron, findet man die radikalsten, der ohnehin schon extremistischen israelischen Siedlerbewegung, die selbst vom Großteil der restlichen Siedler nicht mehr ernst genommen werden und vor denen wohl jede Kameradschaft der sächsischen Schweiz wie eine pazifistische Hippie-Kommune erscheint.

Steinigung im Mondschein

Es rumpelt, etwas poltert zwischen meine Füße. Fällt da irgendetwas vom Dach? Bricht hier irgendeine Mauer zusammen? Ein Stein oder besser Felsbrocken fliegt direkt an mir vorbei und es ist klar, dass nicht unser Haus diese Geräusche verursacht, sondern Steine von der 100 Meter entfernt liegenden israelischen Siedlung geflogen kommen.
Das abendliche Schlendern und Plaudern auf [...]

Ein Vormittag mit der Border Police

Was tun nach der Highschool? In Israel lautet die Antwort meisten, Armee für die nächsten drei Jahre. Doch was wenn man den Aufnahmetest nicht besteht, man zudem einen riesen Arschloch ist, niemals Freunde hatte und der einzige Sinn, den man im Leben noch sieht, darin besteht all den Frust über das eigene überflüssige Dasein an [...]

Picknick im Olivenhain

Mit Ausblick auf das friedliche H1, dem Siedlerfreien Teil Hebrons verbrachten Dänin Lilith und ich einen sonnigen Samstag im Olivenhain. Der Olivenhain ist mit Abstand der beste Ort in diesem traurigen Stadtviertel Hebrons. Hunderte Jahre alte knochige Olivenbäume spenden Schatten vor der 40 Grad heißen Sonne, Ameisenkolonien errichten eifrig ihre Bastionen, Schulkinder spielen fangen [...]

You Have Blood on Your Hands, Red Like His Shirt

Meine erste direkte Begegnung mit einem der israelischen Kolonialisten in Tel Rumaida… Nachdem der bärtige alte Mann fünfmal die Shahuda-Straße auf uns ab gefahren war, hielt er plötzlich unerwartet neben Paul an sprang aus seinem Wagen und plärrte wild auf ihn ein. Nachdem Trudy und ich nach kurzem Sprint bei beiden ankamen, musste ich die [...]

Rechtskram

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Was soll das hier?

Hier schreibt Fabik über die Dinge, die er kennt, sich einbildet zu kennen oder gerne kennen würde. Manchmal schreibt er auch einfach das, wozu ihn seine Finger treiben oder wiederverwertet uralte Gedanken.
Eigentlich würde Fabik auch viel lieber als freier Journalist mit Frau und Kind in einer Holzhütte in Ruanda wohnen. Er weiß nur nicht so genau, wie sowas geht.

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Fabian Köhler
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